Mai 2026
Liebe Leserinnen und Leser,
Paul Gerhardt, der große protestantische Liederdichter, starb vor 350 Jahren in Lübben im Spreewald. Nach dem Studium der Theologie in Wittenberg war er Pfarrer in Mittenwalde und Berlin. Viele seiner Lieder werden bis heute gesungen, besonders dieses:
„Geh aus, mein Herz, und suche Freud in dieser lieben Sommerzeit an deines Gottes Gaben; schau an der schönen Gärten Zier und siehe, wie sie mir und dir sich ausgeschmücket haben …“
In 15 Strophen preist es Gottes Schöpfung in ihrer Schönheit, Vielfalt und Fruchtbarkeit – eine echte Herausforderung fürs früher oft verlangte Auswendiglernen…
Paul Gerhardt dichtete seine Lieder in einer herausfordernden Zeit. Eine jahrelange Pest-Epidemie und der Dreißigjährige Krieg verlangten den Menschen viel ab: Tod und Sterben, Verwüstungen und Plünderungen, Flucht und Vertreibung. Gerhardts Lieder halten dagegen. Sie sind gesungene Theologie, geprägt von Vertrauen, Hoffnung und Glaubensgewissheit. Seine Lieder hätten Heilkraft, schrieb einer seiner Zeitgenossen. Sie können auch heute Erfrischung, Kraft und Trost in Zeiten der Krise vermitteln – um nicht nachzulassen im Engagement für unsere Welt.
Anlässlich seines Todestages wurde ein Kompositionswettbewerb zur Neuvertonung seiner Texte ausgeschrieben. Unter den Preisträgern sind auch junge Popkantor*innen. Am 27. Mai werden die Preise in der Berliner Nikolaikirche verliehen, der Wirkungsstätte von Paul Gerhardt. Ein Liederheft mit den Neuvertonungen ist gerade herausgekommen.
Vielleicht haben Sie ja Freude daran, Gerhardts Texte mit heutigen Ohren zu hören und mit neuen Melodien in Schule und Gemeinde zu singen!
Ein herzlicher Gruß aus dem PTI
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